The Rolling Stones

The Rolling Stones

The Rolling Stones

The Rolling Stones Bandgründung

Ende 1961 begegneten sich Mick Jagger und Keith Richards auf dem Bahnsteig in Dartford in der Grafschaft Kent. Jagger war auf dem Weg zur London School of Economics und wartete auf den Zug nach London. Richards wollte ebenfalls nach London, zum Sidcup Art College. Die beiden kannten sich aus ihren Kindertagen und gemeinsamen Schuljahren, hatten sich aber aus den Augen verloren. Jagger trug Schallplatten von Chuck Berry und Muddy Waters unter dem Arm, und sie stellten fest, dass sie die Begeisterung für diese Künstler teilten.[3] Die beiden verabredeten sich, um Rock-’n-Roll- und Blues-Platten zu hören.[4]

Jagger traf sich in seiner Freizeit seit längerem mit dem ehemaligen Schulkameraden Dick Taylor (späterem Mitbegründer und Gitarristen der Pretty Things), um zusammen Musik zu machen.[5] Der Zufall wollte es, dass auch Dick Taylor Richards kannte, da er wie dieser zum Sidcup Art College ging.[4][5] Nachdem Jagger seine Bekanntschaft mit Richards erneuert und erfahren hatte, dass dieser Gitarre spielte,[4] beschlossen er und Taylor, ihn miteinzubeziehen.[5] Zu dritt übten sie in den Hinterzimmern der elterlichen Wohnungen und nannten sich „Little Boy Blue and the Blue Boys“. Mick Jagger sang, Keith Richards und Dick Taylor spielten Gitarre.[4]

Im März 1962 besuchten Mick Jagger und Keith Richards erstmals einen Jazzclub in Ealing, in dem der Bluesmusiker Alexis Korner mit seiner Band Blues Incorporated auftrat. Am 7. April 1962 jammten sie auf der Bühne des Jazzclubs in Ealing mit Alexis Korner. Über ihn lernten sie den aus Cheltenham stammenden Gitarristen Brian Jones kennen, der sich damals Elmo Lewis nannte.[6] Brian Jones fiel als Gitarrist besonders durch seine Bottleneck-Technik auf.

Anders als Jagger und Richards, die noch bei ihren Eltern wohnten und zur Schule gingen, war der etwa eineinhalb Jahre ältere Jones bereits auf sich selbst gestellt und hielt sich mit diversen Jobs über Wasser.[7] Im Juni 1962 bemühte er sich intensiv darum, eine eigene Band zu gründen. Unter den Musikern, mit denen er zusammenspielte, war Ian Stewart, der nebenberuflich als Boogie-Woogie-Pianist in Jazzclubs auftrat.[7] Jones sprach mit Mick Jagger, der Interesse bekundete, in die Band einzusteigen, sofern seine Freunde aus Dartford, Keith Richards und Dick Taylor, auch dabei seien. Dagegen gab es keine Einwände, sodass sie sich daran machten, in den Hinterzimmern von Londoner Kneipen ein Repertoire an Rhythm and Blues-Songs einzuüben. Dick Taylor wechselte von der Gitarre zum E-Bass. Nun waren sie noch auf der Suche nach einem Schlagzeuger.[7]

Brian Jones, Keith Richards und Mick Jagger bezogen gemeinsam eine schäbige Wohnung im Bezirk World’s End in Chelsea (London) und widmeten sich der Entwicklung der Band. Richards hatte zuvor seine Ausbildung am Sidcup Art College abgebrochen, und Brian Jones gab seinen Job in einem Kaufhaus auf, während Mick Jagger zunächst parallel zur Musik auch weiterhin die London School of Economics besuchte. In dieser Zeit brachte sich Brian Jones das Spiel auf der Mundharmonika bei, die er nun sogar der Gitarre vorzog. Finanziell waren sie so schlecht gestellt, dass sie zuweilen Lebensmittel, für die sie kein Geld mehr besaßen, im Supermarkt stahlen.